Klassenzimmer auf der Alm
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Vom Luchs, vom Sensenmähen und von Nudeln mit Pesto

Nachdem die meisten von uns das Wochenende mit ihren Familien verbracht hatten, brachen wir am Montag Morgen in den Nationalpark Kalkalpen auf.
Der Nationalpark Kalkalpen ist der zweitgrößte Österreichs und der bedeutendste Waldnationalpark im Alpenraum. Er erstreckt sich über gut 21.000 Hektar und beheimatet etwa 10.000 Tier-, Pflanzen-, und Pilzarten.
Unsere Vorfreude auf 3 Tage Wildnis war sehr groß, obwohl die Wetterprognosen Regen vorhersagten. In sehr voll gepackten Autos fuhren wir den extrem holprigen Weg zum Biwakplatz im Herzen des Nationalparks.
Damit wir wenigstens über Nacht trocken bleiben konnten, bauten wir ein Tarp. Dabei möchten wir vor allem die Meisterleistung von Fiona hervorheben, deren grandioser Plan uns zu einem Tarp verholfen hat, das ganze zwei Nächte dem tückischen Regen standgehalten hat und 28 Menschen ein sicheres Nest geboten hat.


Nachdem es am Montag Mittag zu regnen aufgehört hatte, verfolgten wir die Spuren des Luchses in Form einer geführten Tour. Dazu trafen wir Steffi, eine Rangerin des Nationalparks. Sie machte mit uns eine Wanderung entlang der krummen Steyerling. Dabei erfuhren wir zahlreiches über den Luchs, der eigentlich durch übermäßige Ausbeutung der Wildtierpopulation komplett aus Österreich verschwunden war, bevor sich in den 2000er Jahren aus unbekannten Gründen ein Individuum ansiedelte. Seitdem gab es immer mehr Aufzeichungen von Luchsen durch Wildtierkameras. Und dennoch kämpft diese Spezies weiterhin ums überleben. So gab es in der jüngsten Vergangenheit erneute Vorfälle von Wilderei, der mehrere Tiere zum Opfer gefallen sind.
Nach der wunderschönen Wanderung durch das Wohnzimmer des Luchses, dinierten wir vorzüglichste italienische Teigwaren mit in Olivenöl eingelegtem Basilikum und streuten darauf feine Parmesanraspeln. Im Anschluss legten wir uns in unseren königlichen Schlafgemächern zur Ruhe.

Am nächsten Tag starteten wir nach einem ausgiebigen Frühstück gemeinsam mit Ranger Andreas zu einer Bergwiese, die wir von Adlerfarn und toten Bäumen befreien sollten, damit die Artenvielfalt bestehen bleibt. Im Wald des Nationalparks gibt es keine Eingriffe, auf den Offenflächen wird Weidevieh oder Arbeitskraft eingesetzt, um die Vielfalt der Wiesen zu erhalten. Dazu lernten wir das traditionelle Sensenmähen. Wir stellten fest, dass das Mähen zwar Spaß macht, aber auch sehr anstrengend ist. Zum Glück hatten wir viele schöne Sonnenstunden.
Am Nachmittag kühlten wir uns, zum Biwakplatz zurückgekehrt, im Nahe gelegenen Bach ab und aßen zu Abend. Vor dem Einschlafen sangen wir zusammen unter dem Sternenhimmel in Begleitung von Gitarrenmusik.

Als wir am Mittwoch erwachten, waren wir sehr froh über das Tarp, denn es regnete in Strömen. Wir packten dennoch unsere sieben Sachen und machten uns auf den Weg zurück zur Alm. Eine kleine Gruppe wanderte dabei nach Windischgarsten und stellte fest, dass Wandern mit den richtigen Kleidern auch bei Regen sehr viel Spaß macht. Voller neuer Erfahrungen freuten wir uns schließlich auf eine warme Dusche. Tatsächlich waren nicht mehr alle Regenjacken wasserfest.

Am Freitag wartete schon das nächste Abenteuer auf manche von uns. Wir wanderten auf die idyllisch gelegene Dümlerhütte, um am nächsten Tag pünktlich zu unserer Tour aufs Warscheneck zu starten. Abends genossen wir einen wunderschönen Sonnenuntergang, während wir Kartenspiele spielten.

Am Samstag machten wir uns sehr früh auf den Weg zum Warscheneck: Der Gipfel liegt auf knapp 2.400 Meter und bietet eine atemberaubende Aussicht. Obwohl der Weg stellenweise herausfordernd war, gelangten wir alle trittsicher auf den Gipfel. Oben sangen wir ein Ständchen für Jonathan, der Geburtstag hatte und genossen die Aussicht. Auf dem Rückweg machten wir noch einen kurzen Abstecher zur Roten Wand. Zurück bei der Dümlerhütte trafen wir Weitere von uns, die eine kleine Runde vom Gleinkersee aus gemacht hatten.


Wieder im Tal kühlten wir uns im Gleinkersee ab. Mit großer Freude schwangen wir uns an der Liane in den See. Wir waren uns einig: Es war ein sehr gelungener Geburtstagsausflug gewesen.

Liebe Grüße an alle Leser*innen und bis nächste Woche!
Eure Noemi und Lena
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