Klassenzimmer auf der Alm
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Gipfeljagd und Hüttengaudi

Hallo zusammen,
die Almzeit neigt sich nun dem Ende zu und das ist der letzte Blogeintrag für das Jahr 2025.
Wir haben unsere letzten gemeinsamen Tage mit einer erlebnisreichen Hüttentour abgeschlossen, bei der nicht immer alles nach Plan lief.
Diese 3-Tages-Tour durften wir selbst planen und sie wurde teilweise mit den Spenden aus der Almbewirtschaftung finanziert. Die Idee war eine Wanderung von Hütte zu Hütte, in dem Fall von der Zellerhütte zur Liezener Hütte. Es wurde zu einer schönen Tour, bei der wir die Berge noch einmal richtig genießen konnten.
Am Morgen des ersten Tages fuhren wir mit dem Fahrrad um 7:30 Uhr los nach Spital am Pyhrn, um von dort mit dem Bus zur Standseilbahn Wurzeralm zu gelangen. Nachdem wir viele Höhenmeter mit der Bahn überwunden hatten, konnte unsere Wanderung beginnen. Der eigentliche Plan war es, über das Warscheneck die Zellerhütte zu erreichen. Wegen des schlechten Wetters schlugen wir dann jedoch eine zuvor bedachte Alternativroute ein und nahmen den Weg über die Dümlerhütte. Dieses semi-erfreuliche Wetter konnte uns aber nicht die Vorfreude auf unsere Hüttenwanderung nehmen. Und so wanderten wir circa 14 Kilometer und 830 Höhenmeter hoch zur Zellerhütte. Dort kamen wir schon um 14 Uhr an und machten uns deswegen einen netten Spielenachmittag mit UNO und Co. Nach dem Abendessen setzten sich die meisten nach draußen auf die Terrasse und bewunderten die schöne Aussicht und den Sonnenuntergang. Aneinandergekuschelt wurde uns bewusst, dass dies unsere letzten Tage in Gemeinschaft sein werden, was uns nur noch näher zusammenrücken ließ.




Der nächste Tag startete gleich mit wesentlich besserem Wetter. Pünktlich um 6:30 Uhr liefen wir los und erstmal ein Stück bergab. An einer Weggabelung entschlossen wir uns nach kurzer Diskussion für eine Frühstückspause, weil wir den ursprünglich Weg zunächst nicht erkennen konnten. Hierbei stellten wir fest, dass die Hälfte der Leute für ihr Müsli gar keinen Löffel mitgenommen hatte, was diese aber nicht weiter störte. Nach dem Motto „Kann passieren“ machten wir uns nichts draus und aßen es einfach so :).
Den geplanten Weg konnten wir jedenfalls nicht weitergehen, weil er nach kurzem Nachschauen als unbegehbar befunden wurde, da er sich in Buschwerk und Sackgassen verlief. Er wäre zudem auch viel zu schmal und rutschig gewesen. Also ging es wieder bergauf zurück zur Zellerhütte, wo wir besprachen, wie wir jetzt weiterwandern wollen. Außer diesem Weg gab es keinen für die ganze Gruppe gemeinsam realisierbaren Weg, der zur nächsten Hütte (Liezener Hütte) führte, weswegen wir uns nach einer intensiven Diskussion dazu entschieden, bei der Zellerhütte zu bleiben und dafür den ausgelassenen Gipfel, das Warscheneck, zu besteigen.
Gesagt, getan. Die Wanderung wurde dann noch sehr lustig. Wir verbrachten den Aufstieg mit guten Gesprächen und Lieder singen, von denen wir Ohrwürmer bekamen. Mit zunehmender Höhe veränderte sich auch die Landschaft. Es ging von Wiesen und Wald über zu Latschen und später zu Geröll und Gestein. Kein Wunder, denn von hier aus hatte man auch eine perfekte Sicht auf das Tote Gebirge. Am Gipfel angekommen war es Zeit für eine gute Brotzeit bei schöner Aussicht. Nur ließ diese etwas auf sich warten, weil die Wolken so dicht um uns aufgezogen sind und nur langsam die Sicht freigaben. Es war sehr interessant zu sehen, wie die Aufwinde die Wolkennebel nach oben steigen ließen. Ein paar von uns, die von dem einen Gipfel nicht genug kriegen konnten, gingen weiter zum nicht weit entfernten nächsten Gipfel, dem Liezener, und später noch auf zwei weitere (Schallerkogel und Laglsberg). Laura, Tjark, Julian, Franzi und ich stellten damit einen persönlichen Rekord mit vier Gipfelkreuzen auf, an denen wir uns natürlich auch fleißig in den Gipfelbüchern verewigten.





Um nicht den Anschein zu erwecken, wir seien super krass, muss ich zugeben, dass zwei der Gipfel eher mehr oder weniger kleine Hügel auf dem Weg zum Warscheneck waren. Inzwischen war es richtig sonnig geworden und wir freuten uns über die klare Sicht. Auf dem Abstieg fanden wir schöne Blumen, die wir uns ins Haar steckten und einflochten. Nachdem auch wir als letzte Gruppe wieder an der Hütte angekommen waren, gab es köstliches Chili sin beziehungsweise con Carne zum Abendessen.



Am dritten und letzten Tag unserer Hüttentour brachen wir in der Früh um 7:00 Uhr auf und stiegen von der Zellerhütte über den Gleinkersee Richtung Spital am Pyhrn ab. Am Anfang liefen wir alle wie im Entenmarsch hintereinander her, bis wir einen geeigneten Platz zum Frühstücken gefunden hatten. Dort reichten wir die miteingepackten Haferflocken und den Kakao herum, vermischten alles miteinander und ließen es uns schmecken. Anschließend teilten wir uns auf und traten den Rückweg an, der noch etwa 600 Höhenmeter abwärts ging. Gemeinsam mit Franzi und Julian lief ich über einen schönen Waldweg, der durch den Morgennebel wie ein verwunschener Hexenwald wirkte. An Kreuzungen, wo wir nicht weiter wussten, half uns Komoot, eine App, die (fast) alle Wanderwege anzeigt.
Im Gegensatz zu den anderen Gruppen haben wir uns für einen kleinen Umweg entschieden, damit wir den Pießlingsursprung besichtigen konnten. Dieser war wunderschön und sehr beeindruckend, sodass wir dort eine zweite Frühstückspause einlegten. Weiter ging es bei strahlendem Wetter bis zum Gleinkersee, wo wir die anderen Gruppen trafen. Nach einem kurzen Sonnenbad konnten wir es uns nicht nehmen lassen in den Gleinkersee zu hüpfen und uns abzukühlen. Unsere letzte Wanderetappe führte uns nach Spital zu unseren abgestellten Fahrrädern. Ein letztes Mal kämpften wir uns den wohlbekannten und gefürchteten Berg zur Alm hoch, auf der wir erschöpft aber glücklich am Nachmittag ankamen.



Die Tour war insgesamt ein großes Learning und hat uns gezeigt, mit welchen Hindernissen man rechnen muss. Jedoch haben wir diese gut gemeistert und dadurch gelernt, mit viel Flexibilität und Hausverstand:) an jegliche Schwierigkeit heranzugehen. Unser Fazit ist:
Viele Wege führen zum Ziel!
Kleinere Gruppen sind leichter zu koordinieren als große!
Gemeinschaft, Spaß und Lachen sollte nie fehlen und machen alle Fehlschläge und missmutige Stimmung wett!
Da das unsere letzte gemeinsame Tour war, haben wir die Zeit nochmal richtig genossen und die Erinnerungen der vergangenen drei Monate Revue passieren lassen. Jetzt geht es leider noch ans Aufräumen und dann an die Verabschiedung 🙁
Danke an euch alle, dass ihr unsere Zeit auf der Alm hier mitverfolgt habt und ich hoffe wir konnten euch einen guten Einblick geben!
Liebe Grüße,
Eure Helena
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