Klassenzimmer auf der Alm
BLOG
Lasst euch mal überraschen

Auf die Jausen fertig los! Bei unserer Bewirtschaftung war der Hunger doch echt groß. Wir haben wortwörtlich “gekocht” und ein gutes Budget für unsere Exkursionen eingelocht. Ob Chilli, Jause oder Bananenkaiserschmarrn, lief doch nicht immer alles nach Plan. Hollersirup ist für die Almis verboten, er wurde nur den Gästen angeboten.



Aber jetzt mal ohne Schmarrn, die Almbewirtschaftung hat uns allen echt viel Spaß gemacht. Auch durchs anfängliche Chaos haben wir uns tapfer durchgekämpft und niemals aufgegeben. Der Tag hat uns viele neue Eindrücke und Kontakte verschafft und die Stimmung war bei allen immer gut. Jetzt können wir erfolgreich unsere Schulden wegen des Sodastreams abzahlen und uns offiziell als die beste Almküche dieses Jahrhunderts bezeichnen!

Während wir am Wochenende die Alm bewirtschaftet haben, war Körbi eine Runde Skifahren. Am Dienstagabend hat er uns dann zusammen mit Peter Hager darüber aufgeklärt, wie nachhaltig Skifahren hier in der Region ist. Egal ob in Hinterstoder oder bei Trojena in Saudi Arabien – Skifahren ist nachhaltiger als viele von uns denken. Nur bitte das nächste mal mit dem Zug zum Skifahren, auch wenn es manchmal etwas länger dauert mit der Deutschen Bahn.

Eine Frage, die wir uns diese Woche dank des Sauwetters stellen durften ist: Wie können wir unsere Wäsche physikalisch trocknen? Leider haben wir weder einen Megafön noch Katrins kleines Saunahäuschen zu Verfügung, weshalb die Frage nicht lösbar ist. Schlussendlich wurde die Wäsche im Skikeller des Oberwengerhofs aufgehängt.
Und da wir hier oben auf fast 1000 Metern über Null doch so viele Abenteuer erleben, darf die passende Stärkung nie fehlen. Ihr kennt bestimmt diese Essenswettbewerbe, bei denen hunderte HotDogs auf einmal vernichtet werden. Ähnlich läuft es hier auch, so haben wir am Mittwochabend 120 Knödel verputzt und am nächsten Tag aus den übrigen acht Kilo Reis nicht nur Auflauf und Reissalat, sondern auch Reispfanne und Milchreis gezaubert. Eine echte kulinarische REISe. Wenn es um Essen geht wird man hier oben doch sehr kreativ.
Aber nach dem Festmahl kommt der anstrengende Abwasch, wie ihr vielleicht denkt. Wenn ihr zu Hause an einem random Donnerstag bei euch zu Hause auf dem Sofa chillt, geht hier bei uns in der Küche die Party ab. Mit schnellen Brillen ausgestattet und Technomusik werden die Abende hier doch um einiges aufgewertet, zumindest aus der Sicht von den Almis.
Am Donnerstagnachmittag und Freitag wurde es nochmal so richtig spannend, es ging in die nächste Runde der Projektpräsentationen. Angefangen hat es mit einem Wettkampf zwischen Schulmedizin und Naturheilkunde, wobei wir uns nach einem 1, 2, oder 3 und vielen Informationen unsere eigene Meinung bilden durften. Auch über die Bodenvegetation und nachhaltige Almwirtschaft haben wir viel gelernt. Als Abschluss dieses Tages hat uns die Gruppe aus Graz ihre Experimente sowie ein Verfahren in Island zur CO2 Speicherung in Kalk vorgestellt und uns eine Lösung zum nachhaltigen Bauen mit Hanfkalk durch ein Modell näher gebracht.
Mit einem deutlich erkennbaren roten Faden ging es am Freitag weiter mit ,,The Line” und nachhaltigem Wohnen in der Zukunft. Wusstet ihr, dass wir Mikroplastik einnehmen? Dazu gibt es sogar ein EU-Recht, welches das Testen von Plastikpartikeln theoretisch erlaubt, praktisch aber noch nie angewendet wurde. Nächste Projektfrage: ,,Hallo liebe Chatsusi, kannst du uns beantworten, wie viel CO2 durch diese Fragen ausgestoßen wurde?” Chatsusi: ,,JA sehr viel, ich gebe meinen Dienst ab jetzt auf und bin jetzt joblos, oh nein, aber benutzt doch das nächste mal lieber meine Freundin Ecosia.”
Auch durften wir ein selbstgebautes Insektenhotel bewundern, was man in dieser Qualität nicht oft findet. Am Nachmittag ging es weiter mit Grundschleppnetzen im Pazifik. Nach einem dramatischen Filmausschnitt wurden wir über die Probleme der selben, die Meinung von stolzen 6 Spitaler Bürgern und innovative Schutzzonen aufgeklärt. Final abgerundet wurde diese Projektphase durch eine Lehre über verschiedene Pflanzenarten und welche uns davon heilen und welche wir essen können. Dazu haben wir alle noch ein Brot mit selbstgemachtem Löwenzahnpesto verköstigen dürfen: babamäßig!

Feels like summer… oder auch nicht! Am Samstag ging es für die ganze Truppe bereits um 5 Uhr morgens auf Exkursion zum Dachsteingletscher. Nach einer müden Anreise, haben wir erst einmal den Geschmack von Colaflaschen an der Talstation getestet. Mit diesem in Erinnerung ging es mit der großen Gondel nach oben, mitten in die Wolkendecke. Alle eingemummt, nach dem Motto: Es gibt kein schlechtes Wetter, nur schlechte Kleidung. Für die Wissenschaft wurden auch oben auf fast 3000 Metern Colaflaschen getestet und mit Cola in Shotgläsern angestoßen. Das Luftdruck den Geschmack verändert, wurde bewiesen!! Bei 1 Grad, Nebel und Sturm ging es auf die Hängebrücke und danach in den Eispalast. Zwischen schönen Eisskulpturen, epischer Musik und echtem Gletschereis haben uns Phillip Spitzer von der Uni Graz und seine Kolleg:innen viel über den Gletscher und seine Entstehung erklärt. Da wir alle noch kein Eisbärfell haben, durften wir uns eine Runde in der Bergstation aufwärmen, bevor es in die weiten Schneefelder ging. Als wir wieder draußen waren, erwartete uns eine ganz andere Welt. Wir konnten die Berge und Landschaft sehen und sind wie Pinguine den Hang zum See runtergerutscht: Auf dem Bauch, Rücken oder Po, als alle unten angekommen sind, war jeder froh. Neben Steinetesten und Lawinenübungen, hatten wir auch sehr viel Spaß auf unserer selbstgebauten Rodelbahn, nie zu steil für unseren Alphaclan. Nach dem Spaß im Schnee ging es wieder zurück nach Hause für eine leckere Abendjause: 25 kg Tortellini mit Pesto, schon ein lässiger Ausflug manifesto!!



Wir machen jetzt Feierabend und schauen die WM. Lässigen Sonntagabend euch allen und bis nächste Woche!!
Wenn Du Lust hast Dein Klassenzimmer vom 03. Mai bis 02. August 2026 in die Berge zu verlegen, dann bist Du hier genau richtig!
Infos & bewerbung